Islandkultur, Insel mit Feuer und Eis

Vor etwa 17 Millionen Jahren formte sich, aus vulkanischem Ursprung, im atlantischen Ozean die Insel Island. Die noch relativ junge Insel erhob sich an der Stelle, an der die eurasische Platte und die nordamerikanische Platte aufeinander treffen, aus dem Meer. Auf Grund dieser Entstehung sind nach wie vor noch immer heiße Springquellen aktiv, obwohl das Land durch die polare Nähe kühl und mit Eis bedeckt ist.

Entstehungsgeschichte von Island

Die eurasische Platte und die nordamerikanische Platte durchqueren die Insel Island diagonal. Rund 30 Vulkane sind noch immer aktiv, die das Auseinanderbrechen der Insel verhindern. Die Vulkane, die an den Plattenlinien verlaufen, fördern immer wieder heiße Gesteinsmassen aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche und erstarren. Das erstarrte Gestein bildet die Verbindung zwischen den beiden Inselteilen. Obwohl sich die eurasische Platte und nordamerikanische Platte im Jahr um 2 Zentimeter voneinander entfernen, teilt sich die Insel wegen des heißen Nachschubs aus dem Erdinneren nicht. Die kühlen Temperaturen auf der Insel zeigen die Nähe zum Polarkreis. Der Golfstrom, der an der Südküste Islands vorbeifließt, nimmt Wasser aus dem warmen Süden mit, das etwa eine Temperatur von 5 Grad Celsius aufweist.

Kultur und Geschichte Islands

Als Entdecker von Island gilt der Wikinger Gardar Svavarsson, der etwa um 870 nach Christus auf der Insel überwinterte und im heutigen Hafen von Húsavík an Land ging. Anfang des 10. Jahrhunderts wurde Island von Kelten und anderen skandinavischen Ländern besiedelt. Im sogenannten Landnámabók, welches als Landnamenbuch gilt, sind noch unverfälschte Aufzeichnungen enthalten und somit urkundlich erwähnt. Aber auch Norweger, die vor der Unterdrückung ihres Königs flohen, fanden auf Island eine neue Heimat und formten diese. Durch die Mischung der Siedler entstand die isländische Sprache, die sich in den 1100 Jahren kaum geändert hat. Durch die Mischsprache sind Deutsch, Dänisch und Englisch auf der Insel sehr verbreitet und werden auch größtenteils auf Island verstanden. Die großen Städte, wie beispielsweise Reykjavík, sind an den Randgebieten der Insel entstanden. Das Landesinnere ist größtenteils durch Lavawüsten unbewohnbar und für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar. Die Gletscher und somit immer mit Eis bedeckten Flächen nehmen im Landesinneren einen erheblichen Teil von etwa 11 Prozent ein. Eine weitere Eigenheit ist die Namensgebung der Bewohner auf Island. Nur ein Zehntel der Gesamtbevölkerung von Island besitzt einen Familiennamen. Die germanische Tradition der alten Überlieferung wird noch heute angewandt, so dass beispielsweise der Sohn von Magus Magusson heißt oder die Tochter von Bjarni mit dem Namen Bjarnardóttir angesprochen wird.

Religion, Wirtschaft und Kulinarisches

Der evangelisch-lutherische Glauben ist die Staatsreligion von Island und nimmt etwa 95 Prozent ein. Der Rest sind Katholiken oder gehören anderen Religionen an. Die Landwirtschaft gehört zum größten Wirtschaftszweig von Island, wobei die Schafzucht und die Pferdezucht vorrangig sind. Im wärmeren Süden, wo sogar Bananen gedeihen, wird Obst angebaut und in raueren nördlich gelegenen Klimazonen eher Getreide. Der zweitgrößte Wirtschaftszweig der Insel ist der Sommertourismus. Zu den beliebten Ausflugszielen des Landes zählen unter anderem die Gletscher und die unberührte Natur. Zu den kulinarischen Gaumenfreuden gehören Fisch, Lamm und Rentier, wobei auf internationale Küche immer mehr Augenmerk gelegt wird.

Foto: Nicolas BERTHY – Fotolia.com

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